AJW-Schwerin


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2001

Presse

Seit zehn Jahren besteht der Verein Alternatives Jugendwohnen (AJW)

Großer Dreesch · Seit zehn Jahren besteht der Verein Alternatives Jugendwohnen (AJW), seit drei Jahren ist er auf dem Dreesch mit einer Jugendhilfestation präsent. Dank der Hilfe von Sponsoren kann er eine attraktive Jugendarbeit und effiziente Hilfe zur Erziehung anbieten.
In der Anne-Frank-Straße 31 ist jeden Nachmittag volles Haus. Der offene Jugendtreff des AJW in der ehemaligen Kindertagesstätte wird regelmäßig von 15 bis 20 Jugendlichen besucht. Im Sommer treffen sich auf dem mit großer Eigenleistung neu gestalteten Freigelände noch viel mehr. "Der AJW ist für sie wie ein zweites Zuhause", berichtet Andrea Radtke, eine der zwei festen Betreuerinnen. Sie stehen den jungen Leuten beratend in den vielen kleinen und großen Dingen des Lebens zur Seite.
Der Hauptteil der Arbeit der AJW-Jugendhilfestation besteht jedoch in der ambulanten Hilfe zur Erziehung. Sechs Mitarbeiterinnen hat Jugendhilfestationsleiterin Elke Maier zur Seite, die täglich Dreescher Familien aufsuchen und ihnen helfen. "Wir betreuen derzeit mehr als 40 Familien regelmäßig", sagt Elke Maier. Dabei erstreckt sich die Betreuung von der Beratung in der familiären Erziehungsarbeit bis hin zur Hilfe für volljährige Jugendliche bei der Meisterung von Alltagsproblemen. Oftmals sei schon der Blick von außen auf schwierige und scheinbar festgefahrene Verhältnisse hilfreich, in anderen Fällen führe die langjährige Erfahrung der AJW-Mitarbeiterinnen zum Erfolg, berichtet Elke Maier. Erfahrungsaustausch, der Versuch, einen anderen Blick auf eigene Probleme zu bekommen, helfe vielen Familien.
Einen wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Arbeit des Vereins hätten die Partner und Sponsoren, betont die Chefin. Sie berichtet von vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend, Soziales und Wohnen, aber auch von der Unterstützung durch Sponsoren. Zu ihnen gehört der Köpmarkt auf dem Dreesch.
Zum zehnten Geburtstag ihres Einkaufszentrums im September dieses Jahres wollten die Mieter des Köpmarktes Am Grünen Tal bedürftigen Schwerinern eine Freude machen und fanden Partner im Verein Alternatives Jugendwohnen. In der Jugendhilfestation in der Anne-Frank-Straße sollte eine ambulante Beratungsstelle für Familien eingerichtet werden. Den Beratungsraum hatten vom AJW betreute Jugendliche zuvor fachgerecht renoviert. Die Möbel dazu wollte die Werbegemeinschaft Köpmarkt spenden. Nach der ersten Lieferung im Spätsommer folgte jetzt zur Weihnachtsfeier des AJW-Jugendhilfevereins der Rest der versprochenen Möbel.
Nach den im August eingetroffenen sechs Schwingstühlen mit Clubtisch vervollständigen nun noch eine Eck-Kommode und ein Schreibtisch mit Drehstuhl von Hoco-Möbel die Einrichtung. Insgesamt hat die Spende einen Wert von 2028 Mark, davon stammen 2000 Mark aus der Tombola zum zehnten Köpmarkt-Jubiläum. Köpmarkt-Managerin Vera Kort betont: "Unsere Werbegemeinschaft legt großen Wert auf die Unterstützung Bedürftiger aus unserem Lebensumfeld." Die Zusage, dass der Köpmarkt auch in Zukunft Partner ihres Vereins bleiben möchte, freut AJW-Geschäftsführerin Elke Maier, die sich dafür herzlich bedankt.
b.h./bsch SVZ 20.12.2001


Verein "Alternatives Jugendwohnen" zieht Bilanz
Viele Jugendliche vor Haft bewahrt

Schwerin · Vor zehn Jahren wurde der Verein "Alternatives Jugendwohnen" (AJW) gegründet. Die erfolgreiche Bilanz: Nur zwei von 50 straffälligen Jugendlichen mussten in den Strafvollzug. Geburtshelfer des AJW waren sieben Frauen und Männer, ehemalige Heimerzieher aus dem "A. S. Makarenko" in Schwerin. Sie schrieben sich auf die Fahnen, alternative Jugendhilfearbeit in der Region Schwerin zu leisten. Doch aller Anfang war schwer: Trotz eines stimmigen Konzeptes gab es von einheimischen Banken keinen Kredit. Mit dem Anschluss an den Paritätischen Wohlfahrtsverband M/V ergab sich eine Finanzierung für das Projekt über die Bank für Sozialwirtschaft Hannover. Darüber hinaus mussten sich alle Mitglieder persönlich mit 10 000 Mark verschulden, um soziale Angebote schaffen zu können. Egal ob Kinder, Jugendliche oder Familien zum AJW kommen - die Angebote decken den gesamten Bereich ab, den das Kinder- und Jugendhilfegesetz beschreibt. Wichtigster Ansatzpunkt des sozialpädagogischen Handelns ist die Interaktion., mit deren Hilfe jeder Jugendliche wirkliche Orientierungshilfe erhalten soll. Die individuellen Potentiale jedes Jugendlichen werden von Beginn an akzeptiert und weiterentwickelt.
In der alternativen Jugendwohngemeinschaft in Pokrent können 13 Jugendliche wohnen, die von sechs Sozialpädagogen betreut werden. Die Bewohner sind größtenteils Jugendgerichtsfälle (U-Haft und Haftvermeidung). Von den rund 50 straffälligen Jugendlichen, die im AJW seit Gründung betreut wurden, sind nur zwei in den Strafvollzug gegangen. Parallel zur Jugendwohngemeinschaft in Pokrent entstand 1992 in der Schweriner Innenstadt das Ambulante Hilfezentrum, welches wenig später auf den Großen Dreesch in die Anne-Frank-Straße 31 zog. In enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt als Auftraggeber werden durch die Sozialarbeiter des Vereins Kinder und Jugendliche in ihren Familien vor Ort betreut.
Die Jugendwerkstatt am Grunthalplatz wuchs gleichzeitig zu den bereits genannten Projekten. Dort sollen Voraussetzungen geschaffen werden, die zur eigenständigen Lebensführung in Verbindung mit den dort erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten führen. Die Werkstatt ist ein soziales Übungsfeld für die Jugendlichen aus Pokrent, aber auch ambulant betreute Jugendliche aus der Landeshauptstadt. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule können die Jugendlichen ihren Haupt- oder Realschulabschluss nachholen.
Seit November 1999 gibt es in der Anne-Frank-Straße einen Stadtteiltreff für den Großen Dreesch und Neu Zippendorf.

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